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Wie viel Dunkelheit braucht eine Landschaft?

Studio DL übernimmt die Lichtplanung für die Landesgartenschau Rottweil 2028

Eine neue Fuß- und Radwegbrücke wird die historische Altstadt von Rottweil bald erstmals direkt mit dem darunterliegenden Neckartal verbinden. Das Tal selbst wird dem Fluss zurückgegeben: Renaturierung des Neckars, neue Wege durch den alten Stadtgraben, und offene Grünflächen dort, wo zuvor Infrastruktur verlief. Studio DL wurde mit der Lichtplanung für diese Landschaft beauftragt.

Die Brücke war Gegenstand eines Wettbewerbs, der im März 2024 entschieden wurde. Die Jury unter Vorsitz von Professor Jörg Aldinger zeichnete das Team JOHANNES PELLKOFER Architektur (Mannheim) und MSIng Matthaei + Schotte Ingenieurgesellschaft (Stuttgart) mit dem ersten Preis aus und beschrieb den Entwurf als leichte und einladende Architektur, die sich zurückhaltend in den Landschaftsraum unterhalb der historischen Innenstadt einfügt. Genau diese Zurückhaltung prägt nun das Lichtkonzept.

Wie wenig Licht braucht ein Ort eigentlich?

Das ist die Frage, mit der Studio DL begonnen hat. Nicht wie man das Tal beleuchtet, sondern wie viel Dunkelheit es behalten kann. Das Konzept nutzt kleine, architekturintegrierte Lichtquellen, die in die Brücke selbst eingebaut sind, sowie solarbetriebene, sensorgesteuerte Pollerleuchten entlang der Wege. Die Lichtfarbe ist amber. Leuchten sind so ausgerichtet, dass Licht nie in den umgebenden Naturraum strahlt. Die Beleuchtung schaltet sich nur ein, wenn tatsächlich jemand da ist, der sie braucht.

Das Ergebnis ist keine Abwesenheit von Licht, sondern ein Lichtkonzept, das auf Orientierung statt Ausleuchtung setzt: genug, um sich abends sicher durch das Tal zu bewegen, ohne Dunkelheit als etwas zu behandeln, das gelöst werden muss.

Mehr zum Projekt: So sieht Rottweils neue Gartenschau-Brücke aus – Landesgartenschau Rottweil 2028

Visualisierung mit freundlicher Genehmigung von www.rw2028.de

Projektteam

Landschaftsarchitektur (Rahmenplanung): A24 Landschaft, Berlijn

Machbarkeitsstudie: Planstatt Senner, Überlingen

Architektur Brücke: JOHANNES PELLKOFER Architektur (Mannheim) en MSIng Matthaei + Schotte Ingenieurgesellschaft (Stuttgart)

Lichtplanung: Studio DL

Projektleitung: Micha Sonnenfroh, Gemeente Rottweil

Durchführung: BW Grün (Baden-Württembergische Grün GmbH)

Render: Andreas Pflomm / plan b